Sonntag, 26. April 2015

Der Augenblick , vor dem ich mich am meisten gefürchtet habe

Diese Woche ging es mir eigentlich wieder recht gut, bis auf eine Nebenwirkung der Chemo, die mir jeden Tag für ca. 10 Minuten höllische Schmerzen beschert.
Am Donnerstag Abend ging ich ganz normal duschen und Haare waschen. Als ich das Haarshampoo wieder herausgewaschen hatte, fuhr ich mir durch die Haare und hatte auf einmal ein Büschel davon in der Hand. Jetzt war er da, der Augenblick, seit der Diagnose, vor dem ich mich am meisten gefürchtet habe. Insgeheim habe ich schon gehofft, dass ich meine Haare vielleicht doch behalten kann. Man merkt zwar noch nichts, doch jedes mal, wenn ich mir durch die Haare fahre, habe ich ein Büschel in der Hand. Wird das noch mehr, oder bleibt das so, ich weiß es nicht.
Auf jeden Fall bin ich vorbereitet, die Perücke habe ich schon seit Wochen daheim. Ich wünsche mir aber trotzdem, dass ich sie nicht brauchen werde!
Wie heißt es so schön, die Hoffnung stirbt zuletzt!
Mein Mann und meine Tochter waren wieder mal gefordert, mich zu trösten.
Der erste Schock über den beginnenden Haarausfall war bald verdaut.
Am Samstag war ein richtig schöner Frühlingstag und am Nachmittag waren wir Eis essen. Ich habe mich so richtig darüber gefreut, dass es mir so gut ging, dass ich die wärmenden Sonnenstrahlen und das gute Eis genießen konnte.
Nächsten Donnerstag steht die nächste Chemo an, jetzt weiß ich ja schon, was da auf mich zukommt und dass ich die Tage darauf wieder nicht viel machen kann, außer liegen und den Kampf in meinem Körper zulassen.

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